Persönliche
Erfahrungen mit verschiedenen
Materialien eröffnen neue Kreationen
Werkstoff ist nicht
etwas Totes. Man kann mit ihm wohl anstellen
was man will, man
sollte es aber nicht. Denn, Werkstoff ist Material
mit artspezifischen
Eigenschaften: Werkstoff hat Charakter.
Er will ergründet
werden, er will umworben sein und schenkt
sich dem Schaffenden
erst dann ganz, gibt sich ihm wortwörtlich
in die Hand. Derweil
stelle ich auch farbiges, mundgeblasenes
Antik-Glas
(Kunstglas) über Gold und Platin.
Martin Halter, gelernter Glasmaler /Kunstglaser EFZ und Glasmaler-Restaurator IER im Berner-Atelier
für Glasmalkunst aktiv an vorderster Front
- führt das Atelier in 3. Generation, getreu dem
Qualitätsprinzip seiner beiden Vorfahren und
deshalb kennt er bei seiner täglichen Berufsausübung
auch keine Halbwahrheiten. Hier finden Sie weitere Aktivitäten.
Thematisch
versinnbildete Identitätsmerkmale, als mobile Kunstform für Ihr
Alltagsfenster gestaltet, um an dieser Stelle vorgehängt - den dialog
mit den Farben im Licht gewährleisten zu können...
Glasmaler-Blog über Aktivitäten im Atelier Martin Halter Bern
Wie
Glaskunst-Ideen das Leben bereichern
Glas
ist ein Material, das die Menschen bereits seit Jahrtausenden fasziniert. Seine
Transparenz, seine Lichteffekte, seine Formbarkeit zeichnet es vor anderen
Materialien aus. Wenn das Licht sich im Glas bricht oder bemaltes Glas zum
Leuchten bringt, kann sich mancher Betrachter kaum davon lösen.
Es
überrascht daher nicht, dass Glas seit jeher auch für künstlerische Gestaltung
genutzt wurde. Die Kunst der Glasherstellung wurde im alten Ägypten und in
Mesopotamien entwickelt. Die Römer erfanden die Glasbläserei. Und Glasmalerei
war bereits den Persern bekannt. Schon das Altertum entwickelte ausgefallene
Glaskunst-Ideen.
Die
Römer stellten exklusive Glasbecher mit zartem Dekor her und experimentierten
mit Farben. Später wurde im arabischen Kulturbereich die römische Glastradition
fortgesetzt und weiterentwickelt. Im Abendland kam die Glaskunst im Mittelalter
wieder zu Ehren. Berühmt wurde das venezianische Glas aus Murano - einer Insel
bei Venedig, wo sich die Glasmacher der Stadt niederzulassen hatten.
Die
grosse Zeit für die Realisierung von Glaskunst-Ideen begann
aber mit dem Kirchenbau im Spätmittelalter. Die Baumeister der Gotik ersetzen
Steinwände durch grossflächige Glasfenster und eröffneten damit für
Glaskunst-Ideen ein breites Betätigungsfeld. Noch heute gilt die Gotik als eine
Hoch-blüte der Glasmalerei.
Seither
hat sich die Glaskunst stetig weiterentwickelt. Jede Epoche und jede
Stilrichtung gebar neue Glaskunst-Ideen und bis heute besteht zwischen Glas und
Kunst eine fast symbiotische Verbindung. Besonders effektvoll zeigt sich dies beim mundgeblasenen Antikglas. Farbige Glasfenster entwickeln eine einzigartige Leuchtkraft, tauchen Räume
in ein magisches Licht und erzeugen eine stimmungsvolle, geradezu mystische
Atmosphäre.
im Atelier nach vorrangiger Terminvereinbarung 
Nachhaltig
konzipierte Glaskunst-Inszenierungen weisen mehrere Vorteile auf - im
Gegensatz zu einer beliebig inszenierten Darstellung, welche eine materialgerechte Verbindlichkeit vielfach ausgrenzt haben möchte...
Mundgeblasenes, farbiges Antikglas
beinhaltet eine belebende Struktur, welche eine erwünschte Refraktion des
durchscheinenden Lichtes erzeugt. Glasdesign mit Farben im Licht ist deshalb nicht
einer statischen Kunstform zu zuordnen. Das heisst auch, dieses spezielle Glas
reagiert jeweils auf die äusseren Witterungs-Bedingungen, welche den
Lichteinfall durch die farbige Glasfläche mit beeinflussen. Die ursprüngliche
Glasmalerei bedient sich für die formale Gestaltung, unterstützend auch mit dem
Einsatz von Bleiprofil-Ruten. Einerseits können unterschiedlich eingefärbte
Einzel-Glasteile zu einer ganzflächigen Komposition zusammengefügt werden
(später verlötet werden), andererseits übernimmt eine bewusst aktivierte Bleinetzführung,
ein massgebendes und wichtiges Gestaltungsprinzip. Von je her sollte die
Glas-Blei-Einteilung nicht einzig seiner Zweckgebundenheit dienen. Oft wird
dies falsch verstanden. Die bewusst einzusetzende Bleinetzführung soll auch dem
formalen Anspruch nachkommen, um der entsprechenden Komposition ein
rhythmisches Spiel mit den unterschiedlichsten Grössen und Flächen zu
ermöglichen. Insofern kann eine Glas-Blei-Einteilung einen passend integralen
Formenschatz in Bezug auf das bereits bestehende Raumbehältnis aktiv
generieren, um sich als Bestandteil architektonischer Kreation, nachhaltig und
verantwortungsbewusster in Szene bringen zu können. Aktuell werden solche
Gesetzmässigkeiten jahrzehntelanger Erkenntnisse und Erfahrung mit dieser
Kunstform vermehrt ausgegrenzt, um sich vermeintlich in uneingeschränkter
Manier und möglichst beliebig mit dieser Materie auseinandersetzen zu können.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, wenn parallel dazu die eigentlich
materialgerechten Aktivitäten in Vergessenheit geraten.
Daher, sind jeweils weitere Nachteile
für die Substanz zu erwarten, immer dann, wenn sogenannt ausser-ordentlich
zeitgenössische Glasarbeiten – durch welchen Einfluss auch immer – in
Mitleidenschaft gezogen werden. Derweil sind solche Arbeiten meistens nur
ausschliesslich in Verbindung mit einem unverhältnismässig hohen Aufwand und
Risiko wieder instand zu stellen. Bisweilen werden solch überdimensionierte
Glasflächen aus Kostengründen gar nicht mehr einer Reparatur unterzogen,
insbesondere grossflächig ausgerichtete, farbige Glascollagen, welche auf
Floatgläsern in unterschiedlichem Klebeverfahren adaptiert wurden. Durch die
zunehmende Einflussnahme von UV-Licht, auf bereits unzulänglich umgesetzte
Glascollagen, werden sich solche Arbeiten bereits nach einer relativ kurzen
Präsenz-Zeit von alleine als darstellende Kunstform im Bau «verabschieden» -
mangels verarbeitungstechnischer Materialunverträglichkeit. Weitere Probleme
sind ebenso bei örtlichen Wartungsarbeiten (z.B. banale wiederkehrend
auszuübende Reinigungsarbeiten, welche bei diesem Werkstoff zur optimalen
Visualisierung, jeweils zwingend in regelmässigen Abständen erforderlich
bleiben) vorprogrammiert. Unsere Glasmaler-Vorfahren waren eigentlich unserer
Zeit - punkto Respektierung einer materialgerechten Verarbeitungstechnik – weit
voraus. Auffassungen können sich gelegentlich irren, wenn «aktuell Neues» - als
mehrheitliche Voraussetzung gelten soll – sich einer materialgerechten
Verantwortung bewusst zu entziehen - im Glauben - sich nur auf diese Weise in
der Gegenwart zeitgenössisch offenbaren und vertreten lassen zu können. Martin Halter Bern
Glasmalerei-Glaskunst-Unikate
entstehen aus dem Bedürfnis, sich thematisch mit Farben im Licht
auseinanderzusetzen. Gewissermassen mit farbigem Licht zu komponieren. Diese
Kunstform bedient sich der Glasmalerei-Technik, welche bereits eine über
1000jährige Vergangenheit vertritt. Der Hauptwerkstoff, die Verwendung von
mundgeblasenen Farbgläsern in ca. 5000 unterschiedlichen Nuancierungen
erhältlich, repräsentiert sich in aussergewöhnlicher Sensibilität
und Brillanz. Die
charakteristische Struktur des Antikglases (Schlieren und Bläschenstruktur)
erwirkt je nach Lichteinfall, eine wechselvoll belebende Refraktion.
Glaskunst-Gestaltung beinhaltet den Vorteil, sich nicht mit einer steril wirkenden
Bildhaftigkeit begnügen und konzentrieren zu müssen. Andererseits bleibt der
Glasmalerei, eine langjährige Erfahrung und eine disziplinierte
Verarbeitungstechnik und ein ganzheitliches Einfühlungsvermögen geschuldet, um
überzeugende Werke zu schaffen. Ebenso gilt es gegenüber den Glasbläsern in den
Glashütten, den entsprechenden Respekt zu zollen, denn durch ihren
gewissenhaften Beitrag, sind sie gleichsam an jedem Werk aus Glas mit
involviert.
info@glasmalkunst.ch
auch hist.-klassische Glasmalereien im Sonderangebot zu erwerben...
info@glasmalkunst.ch
In eigener Angelegenheit für Interessenten:
Im 2020 wurde eine interne Atelier-Strukturbereinigung abgeschlossen
(Verkleinerung der Raumbehältnisse). Martin Halter, gelernter Glasmaler
/Kunstglaser EFZ und Glasmaler-Restaurator IER, mit seinen über 5
Jahrzehnte langen Erfahrung und seiner kunsthandwerklich präzisen
Fertigkeit, leitet er Berns älteste Glasmaler-Familientradition in
dritter und letzter Generation. Derzeit stellt er seine
Dienstleistungs-Angebote (Reparaturen, Restaurationen oder Gestaltungen
von neuen Projekten in Ausrichtung von Glaskunst /Glasmalerei, Expertisen, Analysen, etc..) für
Interessierte immer noch zur Verfügung. Kontakt für Anfragen oder Informationen. Das Atelier befindet sich immer noch am gleichen Standort: Klösterlistutz 10 in CH-3013 Bern
- In der Atelier-Ausstellung finden Sie eine grosse Auswahl von
Glaskunst-Exponaten, thematisch und stilistisch in unterschiedlicher
Ausrichtung zum freien Verkauf (einzelne Werke zu reduzierten Angeboten). Atelierbesuche nach vorrangiger Terminvereinbarung.
Dieses
Atelier ist nachweislich mit Entwürfen, Glaskunst-Originalen,
Wappenscheiben Fotonegativen, Scheibenrissen, Dokumentationen über
Restaurationen - über alle drei Generationen - in Sammlungen
öffentlicher Institutionen in der Schweiz vertreten. In den
letzten
8 Jahren wurden an folgend aufgeführten Institutionen Nachlässe aus
diesem Atelier überführt: Schweizerisches Nationalmuseum in Zürich,
Bernisches Historisches Museum, Kant. Denkmalpflege Bern,
Burgerbibliothek in Bern, Berner-Design-Stiftung in Bern, Schweizerisches
Schützenmuseum in Bern, Vitromusée in Romont, Musée ARIANA in Genf,
etc..
Frühwerk aus dem Drei-Generationen-Atelier Halter in Bern - heute in der Sammlung des SNM - Schweizerisches Nationalmuseum in Zürich (Landesmuseum). Repräsentation in der Ausstellung "Farben im Licht"
Bei grösseren
Glasmalerei- /Glaskunst-Projekten arbeitet Martin Halter mit einem ihm
nahestehenden Glasatelier zusammen. Einzelne wurden bereits realisiert
und einige stehen unmittelbar bevor. Auskunft /Anfragen: info@glasmalkunst.ch
Biografischer Hintergrund: glasmalkunst.ch
Im Jahr 2016 feierte das Berner Glasmalereiatelier Halter sein
100-jähriges Bestehen. Martin Halter und sein Autorenteam nahmen das
Jubiläum zum Anlass, diese wunderbare Publikation in Zusammenarbeit mit
dem Berner Verlagshaus Haupt herauszugeben. Hält man das Buch zum ersten
Mal in den Händen, fällt einem gleich der feine Halbleineneinband auf.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Kleinformat, angesichts dieses
faszinierenden Kunsthandwerks hätte das Format auch grösser ausfallen
dürfen. Eine kurze Einführung von Mirjam Fischer und Jürg Halter leitet
zum Hauptteil über, der die Geschichte des traditionsreichen
Familienunternehmens auf interessante Weise beleuchtet. Die
Glasmalereiwerkstatt wird heute von Martin Halter in dritter Generation
weitergeführt. Bereits sein Grossvater Louis Halter (1886 – 956) und
später sein Vater Eugen Halter (1920 – 1981) betrieben am Klösterlistutz
10 dieses einzigartige Kunsthandwerk. In enger Zusammenarbeit mit
Künstlern wie Albin Schweri (1885 – 1946), Ernst Linck (1874 – 1935),
Rudolf Münger (1862 – 929), Leo Steck (1883 – 1960), Louis Moilliet
(1880 – 1962), Paul Zehnder (1884 – 1973) und Max Brunner (1910 – 2007)
führte das Atelier Halter etliche Aufträge für Kirchenfenster aus. In
einem persönlichen Gespräch mit dem Autor Mathias Morgenthaler erinnert
sich Martin Halter an die Arbeitsweise und die Werke seines Grossvaters
und seines Vaters. Hier bei gibt er einen ganz persönlichen Einblick in
die Familiengeschichte und reflektiert in diesem Zusammenhang sein
eigenes heutiges Schaffen. Im darauffolgenden Abbildungsteil wird die
Einzigartigkeit der von Martin Halter erschaffenen «Farbglaswelten»
aufgezeigt. Während sein Grossvater und sein Vater heraldische oder
sakrale Darstellungen meist in runde, rechteckige oder nach
architektonischen Vorgaben vorbestimmte Formate einpassten, begann
Martin Halter bei seinen freien Arbeiten diese Begrenzungen komplett
aufzubrechen. Werke wie Spielerin (1987), Paradiesvogel (1996 / 97), 3
Fische(2007) sprengen im wahrsten Sinne des Wortes den Rahmen:
Menschliche Bewegungen, eingerollte Vogelfedern oder das turbulente
Wellenspiel mit drei schwimmenden Fischen greifen mittels ihrer freien
Umrissrahmung in die Fläche. Nicht unerwähnt dürfen die herausragenden
Aufnahmen der beiden Fotografen David Aebi und Max Reitmeier bleiben.
Den Fotografen ist es auf äusserst sorgfältige Weise gelungen, Halters
Glasmalereien im entsprechenden Licht subtil einzufangen. Die Monografie
findet ihren Abschluss in einem ausführlichen Anhang zu
handwerksspezifischen Aspekten, beispielsweise der Restauration und der
Erhaltung von historischen Farbglasscheiben. Besondere Erwähnung
verdient dabei das Kapitel zur Verarbeitungstechnik am Beispiel einer
Allianz-Wappenscheibe. Hier werden die einzelnen Arbeitsschritte vom
ersten Entwurf bis zum fertigen Werk mittels einer umfangreichen
Fotodokumentation anschaulich aufgezeigt. Dieser Teil führt uns vor
Augen, wie komplex und aufwendig sich der Beruf des Glasmalers
gestaltet. Mit der Herausgabe dieser Publikation und der Übergabe des
Ateliernachlasses an zwei schweizerische Museen und die Burgerbibliothek
Bern hat Martin Halter wohlweislich vorgesorgt, dass das fragile Erbe
dieses für Bern historisch bedeutungsvollen Familienunternehmens sicher
aufgehoben ist.
Zitierweise:
Christoph Messerli: Rezension zu:
Halter, Martin: Farbglaswelten. Ein aussergewöhnliches Kunsthandwerk.
Hrsg. von Mirjam Fischer und Jürg Halter. Bern: Haupt 2016. Zuerst
erschienen in: Berner Zeitschrift für Geschichte, Jg. 80 Nr. 4, 2018, S. 68-71.
LINK: http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Viel-mehr-als-nur-Wappenscheiben/story/19839542
> aktuelles Angebot für Bärner-Fans <
Vielfältig ausgerichtetes Angebot - alle Optionen für, wegen, mit Glasmalerei und Bleiverglasungen - Sicherungsmassnahmen bei Schädigungen
Bei Fragen wegen Sachbeschädigungen an Glasmalereien oder Bleiverglasungen im öffentlichen oder privaten Bereich, wenden Sie sich ohne zu zörgern an Martin Halter - erste Auskünfte oder erste Beratungen kosten Sie nichts...
Besuchen Sie nach vorrangiger Terminvereinbarung dieses Atelier in Bern
In dieser damaligen Zeit beliebt, sich eine Glasmalerei für ans Fenster zu leisten, - in einer damals in Mode gekommenen stilistischen Ausrichtung. Diese Glasmalerei wurde von meinem Grossvater entworfen und ausgeführt - er gründete 1916 sein Glasmaler-Atelier in Bern. Seit 1923 befindet sich dieses Atelier bis heute am gleichen Standort: am Klösterlistutz in Bern. Sie gilt als Berns älteste Glasmaler-Familientradition der Gegenwart - und wird heute von mir in 3. Generation geführt. Atelierbesuche nach vorrangiger Terminvereinbarung... diese Glasmalerei besteht aus ca. 135 zugeschnittenen Einzelglasteilen, mit Schwarzlotfarbe bearbeitet (eingebrannt bei 560°C), Glasteile in Bleiprofile eingefasst und verlötet. Zirka 30 cm ø /Zeitdokument.
Buch 'Farbglaswelten' online bestellen >hier<
Bern's älteste Glasmaler-Familientradition der Gegenwart feierte 2016 das 100jährige Bestehen dieser Atelier-Werkstätte.
Glasmalerei "Felsenburg" im Mstb. 1:100 ^integriert Hauseingang
Heute als Identätsmerkmal in der Felsenburg am Brückenkopf Nydegg in Bern repräsentiert
Eine bedeutende Sehenswürdigkeit in Bern mit seinem nahezu 100-Meter-Turm - in proportional-genauer Ausrichtung umgesetzt - im Zeitgeist der Gegenwart
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Im Zeitgeist der Gegenwart...
Zum Thema Schutz, Sicherheit und Bewahrung für historische Glasmalereien und Bleiverglasungen, zieht der Macher aus der Praxis an vorderster Front, folgende Rückschlüsse zur heutigen Situation
Martin Halter, gelernter Glasmaler und Kunstglaser EFZ, Glasmaler-Restaurator IER, mit über 50-jähriger Berufserfahrung (seit 1965)
Leider vergrössert sich die Distanz zum Kunsthandwerk in zunehmenden Masse. Ein immer selten werdendes Kunsthand-werk bangt um seinen Nach-wuchs, weil inzwischen die Auszubildenden keine ganzheitliche Vermittlung dieses Berufszweig in Erfahrung bringen können. Viele Einflüsse durch falsch verstandene Unverbind-lichkeiten und praxisfremder Experimente helfen mit, diesen Beruf des Glasmalers und Kunstglaser verkümmern zu lassen.
Die Glasmalerei im Bereich der Restauration und Reparatur-Ausführung, bietet eigentlich ein breit gefächertes Arbeitsfeld, sich im Ernstfall von geschädigter Substanz, nicht einzig mit der Theorie der rein wissenschaftlichen Analysen und Untersuchungen auseinander-zusetzen.
Die eigentlichen Macher, also die gelernten Glasmaler und Kunstglaser werden in der Zwischenzeit, durch die besonderen kopflastigen Umstände von heute, vermehrt aus ihrer verantwortungsbewussten Rolle gedrängt. Das heisst, mancherorts funktionieren sie bloss noch als Befehlsempfänger, um ihre Aufgabe am gefährdeten oder geschädigten Objekt zu erfüllen. Aus unbegründeten Ängsten den Auftrag zu verlieren, sind sie oftmals bereit, auch unkonventionelle oder nicht ganzheitlich ausgewogene Reparatur-Methoden anzuwenden, aber meistens im Wissen, eben der Substanz für ihre Zukunft damit eher Schaden zu zufügen (z.B. nicht hinterlüftete Schutzverglasungen).
Aus welchen Gründen auch immer, ist es einmal die Budgetvorgabe oder die Beeinflussung einer praxisfremden Doktrin einiger Vertreter der Wissenschaft, die ein Individuum eines Glasmalers verleiten lässt, sich während einer Reparaturausführung auch eher auf einem unverbindlichen Pfad zu bewegen. Eine fatale Angleichung mit Folgen. So ist es nicht verwunderlich, wenn man relativ oft, auf ehemals eigentlich vermeidbare Unzulänglichkeiten trifft. Die im Jetzt leider mit zu verantworten sind, dass originale Substanz unnötigerweise in z.T. starke Mitleidenschaft gezogen wird - gerade dort, wo man glaubte die zur Begleitung und Ausführung bestimmten Verantwortlichen hätten vollumfänglich alles im Griff gehabt.
Damit sind genau solche Personen, die während einer Umsetzungsphase die Wissenschaft vertreten oder als Historiker eine Restaurationsmassnahme vertreten und begleiten, mit verantwortlich, wenn dadurch einer vermeintlich zu schützenden Substanz - in der Tendenz dadurch noch mehr Schaden zugeführt wird.
Eine unprofessionale Aussage beinhaltet zum Beispiel auch, wenn Historiker oder Wissenschaftler entgegen jeglicher Sachlichkeit bloss behaupten, bei einem zu beanstandeten Reparatur-Eingriff an einer Glasmalerei, sei dieser einzig einer historisch gewachsenen Situation, innerhalb einer bestimmten Zeitepoche zu zuschreiben.
Jeder Fehleingriff wäre eigentlich zu vermeiden, wenn man sich nicht dauernd mit unzulänglichen Analysen, Entscheiden und Ausführungen zufrieden gebe. Meistens resultiert ein solcher Ist-Zustand, weil sich niemand bewusst sein möchte, wie unwissend man sich gerade fühlen muss, wenn ich mich gegenüber einer geschädigten Glasmalerei oder Bleiverglasung versetzt sehe.
In vielen Fällen werden bei Restaurationsmassnahmen durch Individualisten aus der Wissenschaft, selbst gefällige und meistens nicht nachvollziehbare Direktiven oder Anordnungen zu bestimmten Reparatur-Ausführungs-Varianten vertreten, welche von einem Glasmaler-Restaurator bei seiner effektiven Umsetzung meist nur theoretisch einzuhalten sind. Jedoch bei konkreten Fällen, wo sich ein Praktiker aus begründeten Überlegungen, gegen eine im Voraus bestimmten Ausführungsverpflichtung zur Wehr setzen wollte, weil er aus eigener Erfahrung weiss, dass sich im Vergleich bei einer ähnlich gelagerten Situation, daraus abermals bereits nach kurzer Zeit Nachsanierungen aufdrängen könnten, wird noch immer von zu vielen Vertretern aus der Wissenschaft oder von beauftragten Historikern ignoriert und im Bedarfsfall kommt es durchaus vor, dass einem Glasmaler-Restaurator aus der Praxis ganz einfach der Auftrag entzogen wird. Diese Beobachtung in der Szene ist natürlich nicht neu. Jedoch wenn sich in dieser Situation nichts Entscheidendes verändert, indem eine ausgewogenere Zusammenarbeit - zwischen Wissenschaft und Praxis - auf Augenhöhe angestrebt wird, besteht die Gefahr, dass sich in Zukunft bald keine professionell ausgebildeten Glasmaler zur Verfügung halten können. Dieses Kunsthand-werk wird sich - bei unveränderten Gepflogenheiten - bald einmal aus dem Marktangebot verabschiedet haben. Erste Anzeichen zeigen sich bereits, dass sich nur noch selten Auszubildende für diesen Berufszweig finden lassen.

November 2020: wurde sie in die öffentliche Sammlung im BHM Bernisches Historisches Museum aufgenommen